TV Knielingen feiert vorzeitig die Meisterschaft
Die Verbandsligameisterschaft der Staffel 4 geht an den TV Knielingen, der nach dem viertletzten Spieltag der Saison nicht mehr von der Tabellenspitze verdrängt werden kann und in der kommenden Spielzeit in der Oberliga Baden-Württemberg antreten darf. Bei drei noch ausstehenden Begegnungen haben die Männer aus dem Karlsruher Westen sieben Punkte Vorsprung vor dem Zweiten. Allerdings war der Heimsieg gegen Freiburg-Zähringen ein hartes Stück Arbeit. Am Ende stand des 34:32 für den neuen Meister. Zur Halbzeitpause waren die Knielinger mit 17:16 vorn.
Mit der Schlusssirene brachen in der Knielinger Reinhold-Crocoll-Halle alle Dämme. Der Jubelsturm wollte bei Mannschaft und Fans des TVK kein Ende nehmen. Zuvor sahen über 400 Zuschauer eine hochklassige Begegnung, die von hoher Spielgeschwindigkeit und Kampf über die kompletten 60 Spielminuten geprägt war. TVK-Sprecher Thomas Holstein brachte es auf den Punkt: „Was war das denn für ein geiles Handballspiel.“
Beide Mannschaften kamen gut in die Begegnung. Die Gäste aus dem Breisgau standen in der Abwehr sehr offensiv, um dem Knielinger Rückraum die Durchschlagskraft zu nehmen. Die Männer im gelben Dress versuchten demgegenüber, die sich bietenden Lücken für Durchbrüche zu nutzen oder den Kreisspieler in Szene zu setzen.
Nach dem 2:2 durch Frederik Bohm, insgesamt erzielte er acht Tore an diesen Tag, setzten sich die Knielinger auf 5:2 ab. Dieser Abstand hielt bis zum 7:4. Ein 3:0-Lauf der Gäste sorgte für den Ausgleich (7:7). In der 16. Spielminuten war dann Knielingen wieder mit drei Toren in Front (12:9). Dabei waren die Männer aus dem Karlsruher Stadtteil mehrfach mit schnellen Gegenstößen nach Ballgewinnen erfolgreich.
Die Zähringer prallten oft an der sehr stabil stehenden und variabel agierenden Knielinger Defensivformation ab. Den Rest erledigten abwechselnd die TVK-Torhüter Felix Schucker und Fabian Bolz. Welche Klasse in der Freiburger Mannschaft steckt, zeigte sich vor der Pause eindrucksvoll. Die Gäste holten auf und trafen zum 15:14-Anschlusstreffer. Mit dem 16:16 ausglichen sie sogar noch aus.
Zur Pause gab es dennoch eine knappe Knielinger Führung, als Patrick Reither zum 17:16 traf. Die zahlreichen Zuschauer hatten eine erste Halbzeit gesehen, die nur wenige Wünsche offen ließ und von beiden Seiten auf einem hohen Niveau geführt wurde.
In der zweiten Spielhälfte trieben die beiden Mannschaften die Spannung auf die Spitze. Auch wenn die Knielinger zunächst auf 20:17 (33. Spielminute) wegzogen, war das noch lange keine Vorentscheidung. Mit dem 21:20 durch den auf Gästeseite glänzend aufgelegten Felix Bühler, zehnfacher Torschütze für seine Farben, war der Anschluss erneut geglückt. In der Folge war Zähringen mehrfach dran den Ausgleich zu erzielen. Doch entweder standen die Knielinger Defensivkräfte im Weg oder die beiden TVK-Torhüter glänzten mit herausragenden Paraden. Da auch der Gästetorwart dem in nichts nachstand, blieb die Begegnung jederzeit spannend. Auch das Strafwurftor von Philipp Reither zum 28:24 (47.) war keine Spielentscheidung.
Allerdings rannten die Gäste nun mindestens einem Zweitorrückstand hinterher. Zeitweise waren es wieder vier Treffer Abstand für die Fächerstädter. Mit zunehmender Spielzeit machten die Knielinger Trainer Marc Sautter und Benny Borrmann mehr und mehr von der Breite des Kaders Gebrauch. Nun zeichneten sich die Akteure aus, die zunächst nicht zu größeren Spieleinsätzen kamen. Sie machten ihre Sache außerordentlich gut und brachten letztlich, angeführt von Leader Jochen Rabsch, das Spiel ins Ziel. Er setze selbst für den TVK den Schlusspunkt und traf zum 34:31 knapp 40 Sekunden vor dem Ende des Spiels. Auch wenn die Gäste nochmal trafen, sorgte der Endstand (34:32) für die beiden Punkte auf der Knielinger Habenseite, mit denen die spontane Meisterschaftsfeier beginnen konnte.
„Was die Zähringer zu leisten in der Lage sind, wussten wir vorher. Heute mussten wir alles auf der Platte lassen, was wir können, um die beiden Punkte in Knielingen zu behalten. Dabei haben wir weniger Fehler gemacht als der Gegner und trafen vor dem Tor viele gute Entscheidungen. Natürlich war auch die starke Abwehrleistung ein Faktor.“, sagte Trainer Marc Sautter nach dem hochklassige Duell zweier spielstarker Mannschaften, die 60 Minuten lang ein extremes Tempo gingen und in der Abwehr um jeden Zentimeter hart kämpften.
Benny Borrmann, Trainer und Sportlicher Leiter Männerhandball beim TV Knielingen in Personalunion, zog seine Bilanz der Saison: „Wir Trainer zollen der Truppe unseren größten Respekt. Wie die Mannschaft die ganze Saison durchgezogen hat, das war schon überragend. Dabei war die Heimniederlage gegen Rintheim so etwas wie der Weckruf. 14 Spiele in Folge ohne Niederlage, sprechen da eine deutliche Sprache und die Meisterschaft ist verdient. Die Jungs haben einen enormen Zusammenhalt und das schon seit der Saisonvorbereitung. Das war die Grundlage für unseren Erfolg. Dann war der Support von der Tribüne in der ganzen Saison herausragend. Da geht ein großes Dankeschön an unsere Fans, die uns immer enorm unterstützt haben.“
Obwohl die Meisterschaft bereits feststeht, wollen die Knielinger die restlichen drei Begegnungen sehr ernsthaft angehen. „Wir haben uns vorgenommen, eine Perfekte Rückrunde zu spielen, also bis zum Saisonende ohne weiteren Punktverlust zu bleiben.“, erklärte Marc Sautter abschließend.
Kader des TV Knielingen: Felix Schucker (Tor), Fabian Bolz (Tor), Patrick Reither (5), Till Eißler (4), Raimonds Trifanovs (1), Philipp Reither (4), Philipp Ast (2), Dennis Estedt (1), Robin Hörsting (2), Robin Gauger, Robin Hildenbrand (1), Frederik Bohm (8), Jochen Rabsch (4), Lukas Metzger (2), Yann Majunke, Moritz Grünwedel.













































