Der TV Knielingen ist zurück in der Handball-Oberliga. Die Knielinger Männer um das Trainer-Team Benny Borrmann und Marc Sautter gewannen in der Vorsaison ihre Verbandsliga-Staffel souverän und belohnten sich früh mit Meisterschaft und Aufstieg. Am Samstag steht das erste Oberliga-Spiel an. Man fährt zum Mitaufsteiger TSV Rot-Malsch. Wenige Tage vor dem Saisonstart sprach TVK-Sprecher Thomas Holstein mit den beiden Verantwortlichen an der Seitenlinie.

Thomas Holstein:
„Seit Anfang Juli wart ihr in der sehr intensiven Vorbereitung auf die neue Saison, die für Euch auch eine neue Liga bringt. Wo steht die Mannschaft aktuell? Was sind eure Erwartungen.“

Marc Sautter:
„Wir sind noch nicht da wo wir gerne wären. Das hängt auch damit zusammen, dass wir immer wieder nicht alle Spieler da hatten. Zudem hat uns Robin Gauger mitgeteilt, dass er diese Saison nicht zur Verfügung steht. Dann gab es Verletzungen, die das Team im Training und in den Testspielen dezimierten. Im Fitnessbereich sind wir auf der Höhe. Aber bei der Feinabstimmung und beim Eingespielt sein, sind wir etwas hinten dran. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass wir am Samstag in Malsch so auftreten, dass wir zum Saisonstart in der Lage sein werden, zwei Punkte zu holen.“

Benny Borrmann:
„Das sehe ich genauso. Wir gehen nicht mit der Erwartung hinein, dass wir als Aufsteiger die Liga zusammenschießen werden. Mit diesem Kader sind wir allerdings auch kein Kanonenfutter. Die Mannschaft aus der Aufstiegssaison ist im Großen und Ganzen zusammen geblieben und wurde punktuell verstärkt. Bei den Feinabstimmungen passt es noch nicht zu hundert Prozent. Aber mit dem Teamspirit, den die Mannschaft hat, können wir einiges ausgleichen.“

Thomas Holstein:
„Der Knielinger Teamgeist ist wieder da. Der war sicher in der letzten Spielzeit ein großer Pluspunkt.“

Marc Sautter:
„Der mannschaftliche Zusammenhalt ist auch mit dieser Mannschaft überragend. Auch die Neuzugänge sind bereits sehr gut eingebunden. Menschlich passt es. Bei unseren Team-Events waren alle da und haben sich eingebracht. Das spricht für die Truppe. In der Oberliga wird es auch Phasen geben, in denen wir mit Niederlagen klar kommen müssen. Dann werden wir sehen, wie wir damit umgehen. Der wahre Charakter zeigt sich oft erst, wenn es Schwierigkeiten gibt. Aber da bin ich zuversichtlich, dass wir uns da auch gegenseitig wieder heraus ziehen werden.“

Thomas Holstein:
„Wir kommen aus einer überragenden Verbandsliga-Rückrunde, ohne Punktverlust. Es erwartet sicher niemand, dass es in der Oberliga ebenso läuft. Wie geht ihr mit dem möglicherweise hohen Erwartungen des Umfelds um? Wollt ihr da eher etwas auf die Bremse treten?“

Benny Borrmann:
„Wir brauchen die Mannschaft nicht zu bremsen und wissen, dass eine überragende Rückrunde hinter uns liegt. Die Euphorie wollen wir auch ein Stück weit mitnehmen. Uns und der Mannschaft ist aber auch bewusst, dass wir in diesem Jahr auf andere Kaliber treffen. Die Jungs, auch wenn viel junge Spieler dabei sind, haben die Reife um zu wissen, dass es nicht wie im letzten Jahr laufen wird. Die Oberliga der letzten Saison war sehr ausgeglichen. Das kann wieder so sein. Doch mit den positiven Erlebnissen aus der Verbandsliga-Saison im Rücken, gehen wir mit guten Gefühlen an die Aufgabe Oberliga heran. Falls wir dann noch mit einem Sieg beim Mitaufsteiger Rot-Malsch starten, dann puscht es uns noch mehr.“

Marc Sautter:
„Erwartungen im Umfeld können wir nicht steuern. Da sage ich klar, dass es keinen Durchmarsch geben wird. Die Liga ist sportlich herausfordernd. Uns haben in der Verbandsliga-Saison oft gute 30 – 40 Minuten in den Spielen gereicht, um zu gewinnen. Das wird in der Oberliga nicht funktionieren.“

Thomas Holstein:
„Die Liga wird als recht stark eingeschätzt, wenn man sich umhört. Das wird eine große Herausforderung. Wie wichtig ist dann ein guter Start in die Saison?“

Benny Borrmann:
„Wir beginnen auswärts gegen einen Mitaufsteiger. Das ist sicher kein Nachteil. Die richtig guten Spiele haben wir letzte Saison Zuhause gemacht, mit unseren Fans im Rücken. Ich sehe unsere Mannschaft nicht so, dass sie bei einem nicht optimalen Saisonauftakt auseinander brechen wird. Das ist aber auch ein Stück weit unsere Aufgabe als Trainer das zu managen.“

Marc Sautter:
„Unser Auftakt ist schon sportlich. Nach Rot-Malsch kommt Viernheim, die haben letztes Jahr vorne mitgespielt. Dann geht es nach Schutterwald, die hinten raus eine sehr gute Rückrunde hatten. Die SG Heidelsheim/Helmsheim, die danach kommt, war auch gut dabei und ist sehr ambitioniert. Da kann ein Start auch schnell in die Hose gehen. Aber damit beschäftige ich mich nicht, weil ich uns auch viel zutraue. Wir wollen auf jeden Fall gleich in Malsch gewinnen. Die sind in der gleichen Situation wie wir. Zudem sind sie mit Erfolg durch die Relegation
gegangen. Da ist sicher auch Euphorie da. Wir brauchen uns auf jeden Fall nicht zu verstecken, auch wenn ich die Liga ebenfalls ausgeglichen sehe.“

Thomas Holstein:
„Konnten wir mit den neuen Spielern die Abgänge kompensieren?“

Marc Sautter:
„Bei der sportlichen Qualität sehe ich keinen Verlust. Dominik Merz im Tor ist ein echter Zugewinn. Da ist es auch unsere Aufgabe eine Saison mit drei Torhütern zu steuern. Martin Leufke bringt viel Erfahrung mit, puscht das Team, sorgt auch schon für die richtige Stimmung. Henry Borsch auf Rechtsaußen, der kam um zu lernen, hat sich seit Beginn der Vorbereitung super entwickelt.“

Benny Borrmann:
„Ole Kling ist ein Kämpfer, der keinen Zentimeter hergibt. Das wird vom Knielinger Publikum immer geschätzt. Der kämpft bis zum Umfallen. Sie werden ihn lieben.“

Marc Sautter:
„Philipp Ast wird uns fehlen. Als Mensch und Person auf jeden Fall, aber auch in der Kabine. Der fand eigentlich oft die richtigen Worte, hatte den Fokus auf das Wichtige, brachte eine gewisse Ernsthaftigkeit mit. Es ist bereits eine Stärke des Teams, dass die Jungs das bereits erkannt haben und ich bin mir sicher, dass jemand in diese Rolle hineinwachsen kann.“

Benny Borrmann:
„Eins ist mir dann aber noch ganz wichtig. Wir werden gerade in eigener Halle unsere Fans brauchen. Wie bereits gesagt, wird die Saison sportlich sehr anspruchsvoll. Aber unser achter Mann auf der Tribüne ist eine enorme Hilfe für die junge Mannschaft. Unsere Heimspiele sind die Basis. Wir setzen auf Geschwindigkeit und Kampf. Wenn dann auch die Halle mitgeht, kann vieles möglich werden.“

Marc Sautter:
„Letzte Saison brauchte man 18 Punkte in der einen Staffel der Oberliga und 21 in der anderen, um nicht abzusteigen. Das ist schon ein Brett. Unsere 13 Heimspiele sind da natürlich besonders wichtig. Die Mannschaft wird jedenfalls alles dafür tun, um erfolgreich zu sein. Da wollen wir dann auch frühzeitig nichts mit den Abstiegsrängen zu tun haben. Ich bin zuversichtlich, dass uns das gelingt.“

Thomas Holstein:
„Vielen Dank und alles Gute für die Saison.“

Der TV Knielingen startet mit einem Auswärtsspiel am Samstag, 19. September 2026, in die neue Spielzeit. Die Reise geht zum TSV Rot-Malsch. Anwurf ist um 20 Uhr in der Rebland-Halle Malsch. Das erste Heimspiel in der Reinhold-Crocoll-Halle findet am Samstag, 26. September 2026, um 20 Uhr statt. Gegner ist dann der TSV A. Viernheim.