TVK baut in Rintheim die Tabellenführung aus
In der mit Zuschauern voll besetzten Sporthalle Rintheim gewann der TV Knielingen mit 24:22 (16:12) das Karlsruher Handballderby beim TSV Rintheim. Damit gelang den Gästen die Revanche für die knappe Vorrundenniederlage. Zudem setzten sie sich von einem direkten Meisterschaftskonkurrenten in der Tabelle weiter ab.
Viele ältere Karlsruher Fans sahen sich am Samstagabend an frühere Zeiten erinnert, als sich Rintheimer und Knielinger öfter mit viel Kampf duellierten, bevor sich die Wege in unterschiedlichen Spielklassen trennten. In der Vorrunde waren die Rintheimer erfolgreich gewesen. Nun wollten es die Knielinger schaffen, das Punktepaar in den Karlsruher Westen mitzunehmen.
Die zahlreich gekommenen Zuschauer sahen von Anfang an tatsächlich ein Kampfspiel. Die Abwehrreihen machten dem Gegner jeweils das Torwerfen extrem schwer. Schon früh konnte man den Eindruck gewinnen, das es an diesem Tag kein Torfestival geben würde. Neben den Abwehrreihen zeichneten sich auch die Torhüter auf beiden Seiten aus. In der ersten Spielhälfte wechselte die Führung regelmäßig. Allerdings legten die Knielinger nach dem 2:3-Rückstand einen 3:0-Lauf hin. Frederik Bohm traf zum 5:3. Mit dem 6:6 glichen die Hausherren allerdings wieder aus (13. Spielminute).
Nun schalteten die Männer des Trainerteams Marc Sautter und Benny Borrmann, in der Vorwoche gab der TVK die Fortsetzung ihres Engagements auch in der nächsten Saison bekannt, einen Gang höher. Da kamen sie auch öfter in ihr Tempospiel und nutzten die sich bietenden Möglichkeiten besser. In dieser Phase des Spiels dominierten die Knielinger und trafen mehrfach zum Fünftorvorsprung. Mit dem Treffer von Patrick Reither zum 16:10 waren es gar sechs. Da waren in der ersten Halbzeit noch 50 Sekunden zu spielen. Danach agierten die Knielinger etwas unglücklich und Rintheim verkürzte. Eine höhere TVK-Führung wäre zwar möglich gewesen, wenn man die Summe der Möglichkeiten betrachtet, doch die Gastgeber ließen sich nicht abschütteln. So stand es zur Pause 16:12 aus Knielinger Sicht.
Der Unterschied von vier Toren hatte allerdings nicht lange Bestand. Nach 12 Spielminuten in Halbzeit zwei waren die Hausherren wieder auf zwei Treffer heran gekommen (18:16). Es entwickelte sich ein Spiel auf biegen und brechen. Der TSV agierte mit einer extrem offensiven Abwehrvariante, was dem TVK überhaupt nicht schmeckte. Den Gästen ging zwischendurch ihre Souveränität im Spiel abhanden. Die Rintheimer schafften so den Anschlusstreffer zum 18:19 (44.) und hatten gar mehrere Möglichkeiten auszugleichen. Die TVK-Abwehr verhinderte dies allerdings im guten Zusammenspiel mit Torhüter Felix Schucker.
Mit zunehmender Spielzeit erhöhte sich die Fehlwurfquote auf beiden Seiten. Ebenso gab es vermehrt technische Fehler zu beobachten. Aber der Kampfeswille beider Teams wurde zu keinem Zeitpunkt weniger. Erst in den Schlussminuten setzten sich die Männer aus dem Karlsruher Westen dann endgültig durch. Dennis Estedt traf zum 24:20 (58.). Auch danach wollten sich die Rintheimer allerdings nicht geschlagen geben und kämpften sich auf 24:22 heran. Doch damit endete die Aufholjagd. Der TV Knielingen bejubelte den Derby-Sieg. Die frenetisch mitgehenden Fans hatten in der vollbesetzten Rintheimer Sporthalle ein sehr attraktives Derby gesehen und würdigten das Kampfspiel beider Teams auf beiden Seiten völlig zurecht mit stehenden Ovationen.
„Das war das erwartete Kampfspiel mit viel Emotionen auf beiden Seiten, dominiert von sehr aggressiven Abwehrreihen.“, erklärt TVK-Trainer Marc Sautter und erläutert weiter seine Sicht des Derbys: „Wir haben das Spiel schon auch ein Stück weit verdient gewonnen, machten uns aber das Leben unnötig schwer. Gegen Ende der ersten Halbzeit waren einige unnötige Fehler dabei. Wir hätten eigentlich viel höher in Führung gehen und mit einem viel größeren Vorsprung in die Halbzeit gehen müssen. In der zweiten Halbzeit haben wir dann nicht mehr so richtig die Lösungen gegen die aggressive Abwehr von Rintheim gefunden. Profitiert haben wir davon, dass wir auch eine gute Abwehr gestellt haben, im Zusammenspiel mit einer guten Torhüterleistung. Unterm Strich können wir schon auch froh sein, dass der Gegner es nicht geschafft hat, den Ausgleich zu machen. Wir haben dann aber immer wieder ein-zwei Tore vor gelegt und brachten den Vorsprung über die Zeit. Es war heute eine Willensleistung der gesamten Mannschaft, die sich den Erfolg verdient hat.“
Mit dem Derby-Sieg baute der TV Knielingen seine Tabellenführung aus. Nach bisher 16 Spielen, von insgesamt 26, hat man fünf Punkte Vorsprung auf die SG Ohlsbach/Elgersweier. Auf Rintheim sind es sechs und auf Helmlingen acht. Nach dem Derby kommt jetzt erst einmal die Fastnachtspause von zwei Wochen. Am 22. Februar bestreiten die Knielinger dann das Heimspiel gegen die SG ERA.
Kader des TV Knielingen: Felix Schucker (Tor), Fabian Bolz (Tor), Patrick Reither (3), Till Eißler (1), Raimonds Trifanovs (1), Philipp Reither (4), Philipp Ast (1), Dennis Estedt (1), Robin Hörsting (2), Robin Gauger (1), Frederik Bohm (4), Jochen Rabsch (3), Lukas Metzger (3), Moritz Grünwedel.
Fotos: Andreas Arndt








































